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Peru gehört laut einer aktuellen Studie von SCI Verkehr zu den lateinamerikanischen Eisenbahnmärkten mit günstiger Wachstumsperspektive. Das Beratungsunternehmen erwartet, dass das derzeitige Schienennetz von knapp 2.000 Kilometern Länge kontinuierlich ausgeweitet wird, nicht zuletzt weil Bergbauunternehmen an einer verbesserten Infrastruktur für die Ausfuhr von Rohstoffen interessiert sind. So hatte das Verkehrsministerium im März 2012 einen Entwurf für einen nationalen Schienenausbauplan vorgelegt, der 15 Projekte mit zusammengenommen 9.500 Kilometer Neubaustrecke enthielt. Angesichts einer Gesamtinvestition von umgerechnet mehr als 16 Milliarden Euro dürften diese allerdings nicht kurzfristig realisiert werden.

Neue Projekte

Derzeit prüft die Regierung die Privatisierung der bestehenden Linien zwischen Huancayo und Huancavelica sowie zwischen Tacna und Arica. Die spanische Gesellschaft Feve hat außerdem Studien für eine 200 Kilometer lange Verbindung von Piura und Lambayeque im Norden des Landes angekündigt. Weitere Projekte sind das Metronetz von Lima und die Verlängerung der Güterbahntrasse von Puno nach Bolivien.

Bestehende Linien

Außer den beiden genannten staatlichen Zugverbindungen gibt es vier private Betreiber: Ferrocarril Central Andino (480 km Strecke von Callao nach Huancayo sowie von Oroya nach Cerro de Pasco), Perurail bzw. das von Orient Express Hotels angeführte Konsortium FTSA (1.000 km Strecke zwischen Puno, Cusco und Machu Picchu), Southern Copper Corporation (230 km Strecke zwischen Häfen Matarani, Mollendo und Ilo und Bergbaugebieten) und GyM Ferrovías (21 km Metrolinie 1 in Lima). Laut der SCI-Studie sind derzeit landesweit 90 Lokomotiven, 2.150 Güterwaggons und 120 Waggons für den Personenverkehr im Einsatz. Im Jahr 2011 wurden acht Millionen Tonnen an Gütern und über eine Millionen Passagiere (hauptsächlich zwischen Cusco und Machu Picchu) transportiert.

Andere Märkte

Neben Peru empfiehlt die Studie vor allem Brasilien sowie Chile, Kolumbien, Ecuador und Uruguay als mittelfristig wachsende Bahnmärkte. Dagegen seien in Bolivien und Paraguay keine bedeutenden Projekte in Sicht, ebensowenig sei Venezuela aus wirtschaftlichen und politischen Gründen in Lage, große Schieneninfrastrukturvorhaben mittelfristig zu verwirklichen. Der gesamte Markt für Bahntechnik und -dienstleistung in Süd- und Mittelamerika hat ein Volumen von 4,6 Milliarden Euro und dürfte bis 2017 um jährlich vier Prozent auf 5,6 Milliarden Euro wachsen.

  • Die englischsprachige Studie „The railway market in South and Central America – Facts, Figures, Players and Trends“ kann bei SCI Verkehr hier bestellt werden.

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