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14. Juli 2014 · Kommentieren · Branchen/Themen: Erze, Politik, Rohstoffe

Die Regierungen von Deutschland und Peru haben heute Vormittag das im vergangenen Jahr ausgehandelte Abkommen zur Zusammenarbeit im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich unterzeichnet. Vorgesehen ist ein regelmäßiger politischer Dialog über diese Themen, wozu eine deutsch-peruanische Regierungsgruppe eingesetzt wird, und die Unterstützung privater Unternehmen, die Verträge in den Bereichen abschließen wollen. Außerdem werden die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und das peruanische Institut für Geologie, Bergbau und Metallurgie verstärkt zusammenarbeiten.

Konkret nennt der Vertrag folgende Schwerpunkte der Kooperation: Erkundung, Erschließung, Gewinnung, Verarbeitung und Nutzung mineralischer Rohstoffe sowie die Umsetzung von internationalen Umwelt- und Sozialstandards bei diesen Maßnahmen; umweltgerechte Stilllegung von Bergwerken und Rekultivierung von Bergwerksregionen; Schaffung und Ausbau der technischen Infrastruktur, Verbesserung der Rohstoff- und Ressourceneffizienz, Bau neuer Minenanlagen sowie Ausrüstung, Rekonstruktion und Modernisierung bestehender Betriebe. Der vollständige Vertragstext findet sich hier.

Mit Blick auf das Abkommen hat die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) gemeinsam mit Germany Trade and Invest (GTAI) und der Deutsch-Peruanischen Industrie- und Handelskammer (AHK Peru) vor kurzem eine Studie über den peruanischen Rohstoffsektor veröffentlicht. Demnach ist das Andenland für Deutschland besonders wichtiger Lieferant von Kupfer, Silber, Zinn, Blei und Zink. Weltweit ist Peru einer der führenden Produzenten von Kupfer und Silber, aber auch Gold und Molybdän spielen eine wichtige Rolle. Bedarf besteht nach Technik und Know-how für die Erkundung von Lagerstätten sowie für den Abbau und die Verarbeitung der Rohstoffe. Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

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Aus „Peru: Herausforderungen und Chancen für eine nachhaltige Entwicklung im Rohstoffsektor“, hrsg. von DERA, GTAI und AHK Peru.

Erklärtes Ziel des Regierungsabkommen ist es, die Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft zu sichern und gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung in Peru, insbesondere die Nachhaltigkeit der Rohstoffwirtschaft und die Bewältigung sozialer und ökologischer Herausforderungen beim Bergbau, zu unterstützen. Die Einhaltung von Menschenrechten, der Schutz der indigenen Bevölkerung und die Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialstandards seien wichtige Elemente im Abkommen, auf die man besonderen Wert lege, so die Bundesregierung. Hieraus ergäben sich auch Potentiale für deutsche Unternehmen: „Vor allem Anbieter umweltschonender Prozesstechnik sowie von Technologien und Dienstleistungen zu Umweltschutz und Arbeitssicherheit können profitieren“, heißt es. Derzeit seien im peruanischen Bergbau und bei der Rohstoffgewinnung im Land keine deutschen Unternehmen direkt aktiv.

Mit der Betonung ökologischer und sozialer Standards – im Vertrag wird u.a. ausdrücklich das Übereinkommen Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation über eingeborene Völker erwähnt – reagieren die Regierungen offenbar auf Kritik von Menschenrechtsorganisiationen. So hatte das katholische Hilfswerk Misereor im vergangenen Jahr mit einer eigens erstellten Studie auf schädliche Auswirkungen des Rohstoffabbaus in Peru hingewiesen (wir berichteten).

Peru ist das dritte Land nach Kasachstan und der Mongolei, mit dem Deutschland eine Rohstoffpartnerschaft geschlossen hat. Außerdem wurde mit Chile auf eine Rohstoff-Kooperation vereinbart. [twoclick_buttons]

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