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Der Handel von Deutschland nach Peru hat sich in diesem Jahr belebt. Vor allem die Ausfuhr von Maschinen übertraf das Volumen des vergleichbaren Vorjahreszeitraums, während es bei Autos und elektrischen Ausrüstungen einen Dämpfer gab. Die peruanischen Importe nach Deutschland nahmen indessen weiter ab, in erster Linie weil weniger Kupfererz nachgefragt wurde.

Ausfuhren Deutschland nach Peru
Nach Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lieferte Deutschland in den ersten sechs Monaten dieses Jahres Güter im Wert von 483 Millionen Euro nach Peru und somit 45 Millionen Euro mehr als in der ersten Hälfte des Vorjahres. Der Rekord von 485 Millionen Euro aus dem Jahr 2012 wurde damit fast wieder erreicht. Bei Maschinen gab es einen Zuwachs von 105 auf 168 Millionen Euro. Den größten Anteil hatten daran Bergwerks- und Baumaschinen, deren Absatz sich auf 65 Millionen Euro verdreifachte. Verdoppelt haben sich außerdem die Ausfuhren von Hebezeugen und Fördermitteln (17 Mio. Euro). Pumpen und Kompressoren halbierten sich dagegen auf 4,3 Millionen Euro.

Maschinen

Segmente im Maschinenexport. Zum Vergrößern anklicken.

Kraftwagen und Wagenteile, die vor einem Jahr mit 112 Millionen Euro noch am meisten zum deutschen Export nach Peru beitrugen, kommen jetzt nur noch auf 72 Millionen Euro. Hier scheint sich die Stagnation des peruanischen Automarkts und der sinkende Marktanteil von Volkswagen (wir berichteten) widerzuspiegeln. Chemische Erzeugnisse wurden mit 53 Millionen Euro in nahezu gleichem Umfang  wie vor einem Jahr geliefert, leichte Zuwächse gab es hier bei Kunststoffen (7,5 Mio. Euro) sowie Farben (6 Mio. Euro). Bei den elektrischen Ausrüstungen als nächst wichtigem Exportsegment ist eine Abnahme von 24 auf 34 Millionen Euro zu verzeichnen. So wurden Elektroverteiler (9,3 Mio. Euro), Elektromotoren bzw. Generatoren (5,3 Mio. Euro) und Lampen (2,1 Mio. Euro) in deutlichem geringerem Maße nach Peru geliefert. Einen Sprung um etwa 80 Prozent nach oben verzeichnen allerdings elektrische Haushaltsgeräte (1,5 Mio. Euro). Unverändert zeigen sich die Ausfuhren von Datenverarbeitungsgeräten und optischen Instrumenten (23 Mio. Euro). Während hierbei Messinstrumente etwas weniger (10,5 Mio. Euro) verkauft wurden als im ersten Halbjahr 2013, erhöhte sich der Exportwert von medizinischen Geräten um 60 Prozent auf 5,5 Millionen Euro.

Wie aus Zahlen der peruanischen Steuerbehörde Sunat hervorgeht, war Deutschland im ersten Halbjahr 2014 für Perus Volkswirtschaft der sechstgrößte Lieferant, nach den USA, China, Brasilien, Mexiko und Ecuador. Der wichtigste Importeur deutscher Produke in Peru war der Minenbetreiber Sociedad Minera Cerro Verde, der für 84 Millionen US-Dollar inklusive Frachtkosten und Versicherung (cif) einkaufte. Es folgen der Fahrzeughändler Diveimport (56 Mio. USD), der Bau- und Bergbaumaschinenimporteur Ferreyros (44 Mio. USD), Euromotors (34 Mio. USD), Cementos Pacasmayo (26 Mio. USD), das Bauunternehmen Yura (15 Mio. USD), die Brauerei Cerveceria  San Juan (15 Mio. USD) sowie der Energieversorger Enersur, die peruanische Siemens-Tochter und Inchcape Motors (jeweils rd. 14 Mio. USD).

Der Handel von Peru nach Deutschland hat unterdessen weiter nachgelassen. Nach Destatis-Zahlen betrug er im ersten Halbjahr 433 Millionen Euro, nach 468 und 728 Mio. Euro in den Vergleichsperioden von 2013 und 2012. Das jetzige Volumen entspricht aber dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Hauptgrund für den jüngsten Rückgang ist, dass sich der Wert und das Gewicht des aus Peru bezogenen Kupfererzes auf 104 Millionen Euro bzw. 64.000 Tonnen praktisch halbiert hat. Die Bleierz-Importe konnten sich unterdessen auf 19 Millionen Euro bzw. 14.000 Tonnen mehr als verdoppeln. Bei Zink-Erzen wiederum sank der Wert um mehr als die Hälfte auf 4,8 Millionen Euro und das Gewicht auf 9.100 Tonnen.

Importe aus Peru nach Deutschland

Nahezu unverändert war das Volumen der Agrarimporte aus Peru (116 Mio. Euro). Hier dominieren Pflanzen zur Herstellung von Getränken (wie Kaffee und Kakao) mit 50 Mio. Euro, tropische Früchte (Mango, Zitrusfrüchte etc.) mit 41 Mio. Euro und Trauben (13 Mio. Euro). Verarbeitete Nahrungsmittel wurden sogar in weitaus größerer Menge geliefert (97 statt 55 Mio. Euro). Das lag daran, dass sich die Bestellungen von Fischereierzeugnissen auf 76 Millionen Euro mehr als verdoppelt haben. Verarbeitetes Obst und Gemüse blieb etwa auf dem Vorjahresniveau (17 Mio. Euro).

Deutschland ist für Peru derzeit das elftwichtigste Zielland im Außenhandel. China, USA, Kanada, die Schweiz und Japan stehen hier in der vorderen Reihe. Spanien, als weiteres europäisches Land, kommt an achter Stelle. Perus Ausfuhren haben sich aber nicht nur nach Deutschland, sondern insgesamt abgeschwächt. Der Zentralbank zufolge sanken sie von 20 auf 18 Milliarden US-Dollar gegenüber der ersten Jahreshälfte 2013. Die Handelsbilanz, welche Ende 2013 noch fast ausgeglichen war, hat nun ein Minus von gut zwei Milliarden US-Dollar. [twoclick_buttons]

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