Ein Neuer Blick: Perus Wirtschaft in Zeiten des Wandels

Ein Neuer Blick: Perus Wirtschaft in Zeiten des Wandels
Perus

Mercedes Araoz, die renommierte Hauptprofessorin an der Universidad del Pacífico, fesselte das Publikum mit ihrer tiefgehenden Analyse der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen und geschäftlichen Entwicklungen in Peru. Diese besondere Veranstaltung, organisiert von der Tageszeitung „Gestión“ und einer renommierten Business School, bot eine Plattform für einen kritischen Austausch über die wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes.

Das peruanische Wirtschafts- und Finanzministerium blickt optimistisch in die Zukunft und prognostiziert für 2024 ein Wachstum von 3%. Doch für Araoz ist dieser Wert mehr als nur eine Zahl. Angesichts der Prognosen für 2023, die von einem bescheidenen Wachstum von 1,1% sprechen, erscheint das Ziel von 3% sehr ambitioniert. Einige Analysten sind sogar noch pessimistischer und sehen das Wachstum bei mageren 0,6%, was die Armutsrate in Peru weiter steigen lassen könnte.

Während ihrer Präsentation legte Araoz dar, dass ein Wachstum von 3% bei einer fast 2%igen Bevölkerungszunahme zwar beachtlich, aber nicht genug ist. „Wenn wir die Armut ernsthaft bekämpfen wollen, müssen wir mehr tun“, betonte sie. Sie argumentierte, dass soziale Programme allein das Problem nicht lösen können. Es ist entscheidend, dass mehr formelle Arbeitsplätze geschaffen werden, und hier gibt es bisher zu viele Defizite. Die jüngsten Streiks, das El-Niño-Phänomen und Probleme in der Fischerei und Industrie haben das Land zurückgeworfen. „Die Dinge entwickeln sich nicht wie geplant“, sagte sie.

Araoz unterstrich die zentrale Rolle des Bergbaus für das peruanische Wachstum. „Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren und die Bereiche fördern, in denen wir uns auszeichnen, wie Landwirtschaft, Aquakultur und Produktion“, erklärte sie. Doch sie sprach auch Bedenken aus. Insbesondere der Regierungsplan „Con Punche Perú“ scheint zu kurz gedacht, da er zu sehr auf den Konsum ausgerichtet ist und zu wenig Investitionen fördert.

Ein weiterer kritischer Punkt in ihrer Analyse war die Rolle des Wirtschafts- und Finanzministeriums. Dieses sollte eine stärkere Führungsfunktion gegenüber den anderen Ministerien einnehmen und eine klare Richtung vorgeben.

Schließlich blickte Araoz auf den regionalen Kontext. Peru war lange Zeit ein Wachstumsmotor in Lateinamerika, von 2001 bis 2022. Doch diese Führungsrolle scheint zu schwinden. „Unsere Wachstumsraten sind nicht mehr das, was sie einmal waren“, resümierte sie. Während andere Länder wie Uruguay, Panama und die Dominikanische Republik aufholen, muss sich Peru fragen, welche Strategien notwendig sind, um Investitionen anzuziehen und die Wirtschaft zu stärken.

Abschließend lieferte Mercedes Araoz im Salón PBS eine umfassende und eindringliche Analyse. Es wurde klar, dass für eine positive wirtschaftliche Zukunft Perus mehr getan werden muss. Eine kritische Selbstreflexion und proaktive Maßnahmen sind unerlässlich. Das Land steht vor entscheidenden Jahren, und es bleibt abzuwarten, welche Wege eingeschlagen werden.