Industrie in Peru: die Lähmung der Bürokratie als Hindernis?

Industrie in Peru: die Lähmung der Bürokratie als Hindernis?
Industrie in Peru

Peru, reich an Mineralressourcen, durchläuft eine schwierige Phase. Nachdem im letzten Jahr politische Unruhen und soziale Unzufriedenheit im Mittelpunkt standen, steht in diesem Jahr die erdrückende Bürokratie im Vordergrund.

Während der diesjährigen Bergbaumesse Perumin konzentrierten sich die Industrieleiter auf die Rolle von umständlichen Genehmigungsverfahren, die die Umsetzung von Projekten im Wert von geschätzten 57 Milliarden Dollar blockieren. Während der Widerstand der lokalen Gemeinschaften weiterhin ein Problem darstellt, war die Frustration über eine Bürokratie, die Jahre dauert und mehrere staatliche Stellen einschließt, ein zentrales Thema der Messe in der schönen Stadt Arequipa, umgeben von riesigen Kupfervorkommen.

Die Entscheidung von Premierminister Alberto Otarola, Anstrengungen zur Vereinfachung dieser Verfahren zu starten, wurde mit Beifall aufgenommen. Er kündigte Pläne an, ein digitales Ein-Stop-Portal zu schaffen, um Unternehmen dabei zu helfen, sich durch das bürokratische System zu navigieren und 11 Milliarden Dollar in Schlüsselprojekten, die auf Genehmigungen warten, freizugeben.

Für Peru steht viel auf dem Spiel. Das Land könnte seinen Status als weltweit zweitgrößter Kupferlieferant verlieren, und Investitionen in den Bergbausektor könnten entscheidend sein, um das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln. Es ist entscheidend, die Bürokratie zu reduzieren, um den Rückgang der Bergbauinvestitionen, den die Zentralbank in diesem Jahr auf 18% und im Jahr 2024 auf 8% schätzt, umzukehren.

Roque Benavides, der Vorsitzende von Buenaventura, Perus führendem börsennotierten Edelmetallunternehmen, betonte, wie schwierig es ist, mit der Bürokratie umzugehen. Sein Unternehmen arbeitet seit den 1990er Jahren am Gold- und Silbervorkommen von San Gabriel. Wären die Verfahren effizienter gewesen, hätte das Projekt im Wert von 500 Millionen Dollar bereits vor zehn Jahren in Betrieb genommen werden können.

Auf der Konferenz äußerten auch andere Unternehmen wie Hochschild Mining Plc ähnliche Bedenken. Letzteres gab bekannt, dass es den Betrieb in einer peruanischen Mine aufgrund ausstehender Genehmigungen einstellen muss. Andere wichtige Branchenakteure wie Southern Copper Corp. und Antamina äußerten ebenfalls Frustration. Eine Branchenstudie, die in dieser Woche veröffentlicht wurde, ergab, dass Peru 32 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen aufgrund von sozialen Konflikten und verzögerten Projekten verloren hat.

Trotz der Versprechen bleibt die Branche vorsichtig und wartet darauf, dass die Regierungspläne Realität werden. Dennoch herrscht Optimismus. Trotz seiner Vorbehalte erkannte Benavides an, dass die aktuelle Regierung die richtigen Signale für die Branche sendet.

Die Stagnation in der Kupferindustrie hat nicht nur direkte Auswirkungen auf Investoren und Unternehmer, sondern auch auf die peruanische Bevölkerung. Arbeitsplätze, die von diesen Großprojekten abhängig sind, stehen auf dem Spiel, was zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Unsicherheit führt. Der Verlust an Steuereinnahmen, den das Land durch diese Verzögerungen erleidet, könnte in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur reinvestiert werden – Bereiche, die für die Entwicklung des Landes von entscheidender Bedeutung sind.

Die lokale Gemeinschaft, insbesondere in Arequipa, hofft auf einen Kompromiss zwischen der Industrie und der Regierung. Ein solcher Kompromiss könnte die wirtschaftliche Zukunft der Region sichern und gleichzeitig sicherstellen, dass die Umweltauswirkungen und sozialen Bedenken sorgfältig berücksichtigt werden. Es bleibt zu hoffen, dass der Dialog zwischen den verschiedenen Beteiligten zu einer Lösung führt, die das Wohl aller berücksichtigt.