Peru in Rezession: Ex-Wirtschaftsminister Waldo Mendoza warnt vor der längsten Krise seit dem Fuji-Schock von 1990

Peru in Rezession: Ex-Wirtschaftsminister Waldo Mendoza warnt vor der längsten Krise seit dem Fuji-Schock von 1990
Peru in Rezession

Die wirtschaftliche Situation in Peru verschärft sich, wie der ehemalige Wirtschaftsminister Waldo Mendoza betont. In einem Interview mit dem Programm „Wirtschaft für alle“ auf RPP äußerte er sich besorgt über die anhaltende Rezession im Land, die er als die längste seit dem Fuji-Schock von 1990 beschreibt. Diese Entwicklungen werfen einen Schatten auf die Wirtschaft und erfordern dringende Maßnahmen.

Hintergründe der Rezession

Mendoza unterstreicht, dass Peru seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr mit einer derartigen wirtschaftlichen Herausforderung konfrontiert war. Im September wird erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt um drei Viertel sinkt, was auf eine ernsthafte und lang anhaltende Rezession hindeutet. Die Gründe für diese Entwicklung sieht der ehemalige Minister nicht nur in den Folgen des Zyklons Yaku oder sozialen Protesten, sondern auch in strukturellen Entscheidungen, die bereits vor der Regierung von Pedro Castillo getroffen wurden.

Peru in Rezession: Makroökonomische Politik und ihre Folgen

Während der COVID-19-Pandemie wurden expansive makroökonomische Maßnahmen ergriffen, um die Wirtschaft zu stützen. Diese Maßnahmen führten jedoch zu einer Schwächung der fiskalen Position des Landes. Zwischen 2021 und 2023 kam es zu einer fiskalen Kontraktion, begleitet von einer Erhöhung der Zinssätze durch die Zentralbank und einer Verringerung der fiskalischen Unterstützung durch das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (MEF). Diese Entscheidungen, kombiniert mit den Auswirkungen von Naturkatastrophen und politischen Unruhen, trugen zur Verlängerung der Rezession bei.

Peru in Rezession: Wirtschaftliche Auswirkungen

Die wirtschaftlichen Indikatoren für das laufende Jahr sind alarmierend. Das Bruttoinlandsprodukt verzeichnet einen erheblichen Rückgang, begleitet von einem Rückgang der Steuereinnahmen um 10 % und der Importe um 14 %. Mendoza warnt vor den Konsequenzen eines Produktionsrückgangs und betont die Notwendigkeit, dringend Maßnahmen zu ergreifen.

Kritik an der aktuellen Politik

Neben den wirtschaftlichen Herausforderungen kritisiert Mendoza auch die Entscheidungen des aktuellen Kongresses. Insbesondere die Auflösung der Bildungseinrichtung Sunedu stößt auf sein Missfallen. Er zweifelt an der Wirksamkeit des Kongresses und warnt davor, dass Maßnahmen wie der Rückzug der Rentenfonds (AFP) für Personen im Rentenalter die wirtschaftliche Situation weiter verschärfen könnten.

Appell an das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (MEF)

Mendoza appelliert an das MEF, alle verfügbaren rechtlichen und institutionellen Ressourcen zu nutzen, um die Krise anzugehen. Er betont die Bedeutung der Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und, falls erforderlich, die Einbindung der Corte Costituzionale, um die bestehenden rechtlichen Befugnisse voll auszuschöpfen.

Insgesamt steht Peru vor einer beispiellosen wirtschaftlichen Herausforderung, die schnelle, koordinierte und entschlossene Maßnahmen erfordert. Die Rezession wirkt sich nicht nur auf die Wirtschaft, sondern auch auf die soziale und politische Stabilität des Landes aus, was eine umfassende Antwort erfordert.